Kaspersky PURE
Auf der diesjährigen CeBIT überraschte Kaspersky mit einer neuen Version
seiner bewährten Security Suite. Die Zielgruppe für PURE ist der Heimanwender.
Eine intuitive Oberfläche und eine erweiterte Funktionalität sollen dabei die
Nutzung vereinfachen und die Sicherheit erhöhen.
Das Konzept hinter PURE ist sinnvoll und nachvollziehbar. Der Anwender soll sich nicht mit
komplizierter (Virenschutz–)Technik herumschlagen, sondern seine Computer ungestört nutzen.
Der Virenschutz läuft automatisch im Hintergrund ab und alles was der Anwender primär von
PURE sieht, ist eine übersichtliche, intuitive Bedienoberfläche.
Großformatige Optionsflächen zeigen dabei die zusätzlichen Funktionen an, die der
Anwender nutzen kann. Dazu zählen u.a. ein Backup–Manager, eine Kindersicherung für das
WWW, eine Verschlüsselungsoption für private Daten und ein Passwort–Manager (PM).
Im Kern enthält PURE nach wie vor die gewohnte Kaspersky–Suite, deren Qualitäten bereits an
anderer Stelle mehrfach getestet und bewerten wurden. Im nachfolgenden Test wird daher das Augenmerkt auf die
neue Komponente "Passwort–Manager" gelegt.
Das Passwort–Problem
In der Antiviren–Branche ist seit längerem der Trend zu beobachten, dass die Virenscanner sich zu
Sicherheits–Suiten entwickeln. Der Anwender erhält nicht nur einen Virenscanner, sondern eine
Suite, die z.B. über eine Firewall, einen Programmwächter und weitere Tools verfügt.
Kaspersky ergänzt sein PURE mit einem Passwort–Manager (PM).
Eine guter Ansatz, denn Passworte stellen nach wie vor ein Problem dar. Heutzutage hat man nicht
nur ein oder zwei Passwörter – nein, heutzutage hat man dutzende. Egal ob man sich an einem
Sozialen Netzwerk anmeldet, Online–Banking nutzt, Fotoalben ordert oder Online Shoppen
geht, überall braucht es ein Passwort, um sich zu legitimieren.
Da sich die wenigsten PC–Nutzer viele Passworte merken wollen (oder können), haben
sich diverse Lösungen eingebürgert.
- Passworte werden auf Papier notiert
- Man verwendet überall das gleiche Passwort
- Passworte werden im Login–Prozess bzw. –System gespeichert
- Das Passwort ist einfach gehalten (abc123)
- Man verzichtet auf Passworte, wenn möglich
Alle Passworte auf Papier zu notieren ist zwar etwas mühsam, aber sicher. Hingegen auf
Passworte ganz zu verzichten oder überall das gleiche zu nutzen ist nicht akzeptabel. Der
Schaden, der daraus entstehen kann, ist u.U. immens und nachhaltig.
Hier hilft der PM von PURE. Denn der Passwort–Manager verwaltet die genutzten Passwörter
und gibt diese stellvertretend für den Anwender ein. Der Vorteil dabei ist, der Anwender muss
sich nur ein Master–Passwort merken. Den mit diesem ist der Zugriff auf den PM möglich, in
dem alle verwendeten Passwörter abgelegt sind.
Der Passwort–Manager
Man kann sich den PM wie ein kleines Notizbuch vorstellen, das mit einem Schlüssel(–passwort)
gesichert ist. Nach Eingabe des Schlüssels kann man es aufklappen und erhält Zugriff, auf weitere
Daten, wie z.B. Kennungen und Passwörter. Alles, was man benötigt, um sich z.B. im
Online–Shop eines Buchhändlers anzumelden (Login machen).
Um die Funktionalität des PM zu nutzen, muss dieser aktiviert werden und zunächst mit
einem Master–Passwort geschützt werden. Das dieses nicht "iloveyou" oder "12345678" lauten
sollte versteht sich von selbst. Der PM unterstützt dabei den Anwender bei Passwortwahl, indem er
die Qualität einschätzt (niedrige Stärke ... hoch).
Der PM erlaubt die Nutzung von umgangssprachlichen Wörtern (alles was in einem
Wörterbuch steht), aber aus Sicherheitsgründen sollte man darauf verzichten und ein
wertfreies, Zufallspasswort wählen.
Nun einigen Eingaben ist der PM in seiner Standardkonfiguration, die für die meisten
Anwendungsfälle ausreichen dürfte, einsatzbereit.
Die Hauptnutzung des PM fällt im Internet an, da viele Dienste personalisiert sind und erst
nach Eingabe einer Kennung und eines Passwortes zur Verfügung stehen. Der PM klinkt
sich deshalb in den Standard–Browser ein und überwacht dort die Eingaben. Der PM
kann mit verschiebenden Browsern genutzt werden. Die Liste der unterstützten Browser
deckt dabei das gängige Spektrum ausgezeichnet ab.
An diesem Punkt sei auch das
ausführliche Handbuch erwähnt, dass auch in Deutsch verfügbar ist und
auf über 300 Seiten die Nutzung der PURE–Edition detailliert erklärt!
PM–Anwendung
Wird der PM das erstmals genutzt, findet eine Interaktion mit dem Benutzer statt, die der PM
dazu nutzt, um zu lernen. So „lernt“ er, welche Web–Adresse, mit welcher Benutzerkennung und
welchem Passwort verknüpft ist, damit bei einem erneuten Login diese Daten sofort verfügbar
sind. Die Login–Daten speichert der PM in einer (verschlüsselten) Passwort–Datei ab.
Erwähnenswert ist auch, dass der PM einen Import/Export seiner gespeicherten Datensätze erlaubt. So
kann der Anwender z.B. seine PM–Einstellungen einfach von seinem Desktop–PC auf seinen
Netbook transferieren und auch ausdrucken. Dies ist empfehlenswert, denn falls man einmal
das Master–Passwort verliert/vergisst, hat man noch einen Ausdruck aller Daten auf Papier.
Die Anwendung des PM wird im Benutzerhandbuch sehr ausführlich beschrieben – erfolgt aber
weitestgehend intuitiv. So kommt der versierte Anwender auch ohne das Handbuch aus. Sollten Detailfragen
zu klären sein, wie z.B. ein gespeicherter Login–Datensatz zu ändern ist, kann man
jederzeit das Handbuch heranziehen.
Abhängig vom genutzten Web–Dienst kann man entweder direkt auf die entsprechende Login–Schaltfläche
klicken, um ein automatisiertes Login auszuführen. Oder man klickt auf das Schlüsselsymbol, welches rechts
oben im Browserfenster eingeblendet wird, um eine Auswahl der zu nutzenden Login–Daten zu treffen.
Üblicherweise ist aber ein Klick auf die entsprechende [Login], [Anmelden] oder [Connect] Schaltfläche
am einfachsten.
Der PM verfügt auch über ein Bearbeitungsmenü, mit dem fehlerhafte Einträge bearbeitet
werden können. Ein Tippfehler in der Lernphase bzw. Erstanmeldung stellt damit kein Problem dar.
Relativ schnell wird man sich daran gewöhnen, selbst keine Kennung und Passwort mehr einzugeben, sondern
nur noch [Login] anzuwählen oder im PM–Auswahlfenster den zu nutzenden Eintrag anzuklicken.
Nutzungsempfehlungen
Für eine sorgenfreie Nutzung des PMs sollte man noch die nachfolgenden Empfehlungen beachten, die
ggf. Ärger und Probleme vermeiden.
- Exportieren Sie Ihre PM–Passwortdatei in ein lesbares Format (.htm) und drucken Sie diese
Datei aus. Heften Sie den Ausdruck ab und löschen Sie die erzeugte Exportdatei.
- Als Schutz vor Keyloggern (Schadsoftware, die Tastatureingaben protokolliert), nutzen Sie die
virtuelle Tastatur des PM zur Eingabe des Master–Passwortes.
- Vor Nutzung des PM im Online–Banking–Umfeld, überprüfen Sie bitte, ob ggf.
die Nutzung eines Passwort–Verwaltungsprogrammes untersagt ist (Haftungsfragen).
- Stellen Sie sicher, dass sie eine aktuelle Browserversion nutzen.
Zusammenfassung
Der Passwort–Manager stellt eine nützliche Erweiterung der PURE–Edition dar, die einen
wirklichen Mehrwert für den Anwender bietet.
Bei konsequenter Nutzung des PM lässt sich das Passwort–Problem merklich entschärfen!
Als angenehmer Nebeneffekt kann man sich auch noch ein klein wenig Arbeitszeit sparen. Denn mehrfache
Fehleingaben gehören mit dem Passwort–Manager der Vergangenheit an. Ebenso das suchen nach
dem Notizzettel, auf dem das letzte (ganz wichtige) Passwort mit Bleistift notiert wurde.
Der Einsatz von zusätzlicher Software auf dem PC, wie z.B. das beliebte Programm Keepass wird damit
hinfällig, da PURE diese Funktion abdeckt.
Viel Erfolg mit Kaspersky PURE und dem Passwort–Manager!
Hinweise
Die verwendete PURE–Testversion wurde mir freundlicherweise von Kaspersky Labs zur Verfügung gestellt.
Produktnamen, Warenzeichen und geschützte Warenzeichen sind im Besitz ihrer jeweiligen Eigentümer.
Info zur
Passwortsicherheit
Zur
Kaspersky-Webseite
© Ralph Dombach
(
www.secuteach.de - Fachartikel)